Was darf der Beirat?
Die Aufgaben eines Beirats in einer Wohnungseigentümergemeinschaft sind im WEG nur rudimentär geregelt. Der Beirat soll den Verwalter bei der Durchführung seiner Aufgaben unterstützen. Als konkrete Aufgaben nennt das Gesetz die Kontrolle von Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung sowie Rechnungslegungen und Kostenvoranschlägen.
Es handelt sich also um reine Kontrollpflichten, d.h. der Beirat fungiert als „Auge und Ohr“ der Gemeinschaft. Nur wenn durch die Teilungserklärung oder entsprechende Beschlüsse dem Beirat darüber hinausgehende Aufgaben zugewiesen werden, kann er auch insoweit tätig werden. Dabei muss er jedoch immer im Blick haben, dass er für Fehlverhalten haftet.

Was sagen die Gerichte?
Das OLG Düsseldorf (3 Wx 221/97) hatte im Jahre 1997 folgenden Fall zu beurteilen:
Dem Beirat war die Jahresabrechnung durch den Verwalter zur Kontrolle vorgelegt werden. Bei der Prüfung verzichtete der Beirat aber auf eine Kontrolle der Kontenbelege. Dadurch entging ihm, dass der Verwalter Geld der WEG auf die Seite geschafft hatte. Das OLG Düsseldorf verurteilte den Beirat zu einem Schadensersatz in Höhe von 100.000,00 DM.

Praxishinweis:
Es besteht die Möglichkeit, für den Beirat eine Vermögensschadenhaftpflicht auf Kosten der WEG abzuschließen. Dies muss durch Beschluss geregelt werden. Abgedeckt werden kann mit einer solchen Versicherung allerdings nur fahrlässiges, nicht vorsätzliches Verhalten.